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Frühjahrsmanöver in Gorgast 2015 und die Katteehrung


Zum Auftaktfeldlager in Gorgast gab es einen besonderen Höhepunkt: Die Katteehrung am 25.04.15 in Küstrin.
Dazu ein Bericht von Jutta Nestler.

 

    25.04.15 in Gorgast/Küstrin:    

Kanonenböller unserer Artillerie!!!

Hochverehrte Frau Dr. Theophana Prinzessin von Sachsen-Katte nebst Ihrem hochgeschätzten Herr Gemahl, sehr geehrte Mitglieder der Familie Katte und Mitglieder des Museums von Küstrin, liebe Kameradinnen und Kameraden der IG DER DREISPITZ, ganz herzlich begrüße ich, Sprecherin für Öffentlichkeitsarbeit, alle zu unserem Auftaktfeldlager 2015.
Aber diesmal ist es nicht nur das, sondern heute haben wir aber darüber hinaus noch einen anderen, aber überaus würdigen Anlass.
Frau Dr. Theophana Prinzessin von Sachsen-Katte ist hier erschienen, um die von ihr höchstselbst gestiftete Gedenktafel einzuweihen.

Doch noch ist es nicht soweit!
Und demzufolge seien mir noch ein paar kurze Worte gestattet:
Heute stehen wir nun hier am neugestalteten Denkmalssockel des Kurfürsten von Johann von Brandenburg-Küstrin, dem die Stadt Küstrin ihre Erweiterung mit der Festung im 16. Jahrhundert zu verdanken hat. Festungsbau war in dieser Zeit eine zwingende Notwendigkeit, denn die Artillerie begann sich zu einer echten Gefahr für Stadtbefestigungen zu entwickeln. Auch die sächsische Residenz erhielt einen neuen Festungswall.... Doch das soll heute hier nicht Gegenstand der Erörterung sein, sondern wir wollen erörtern, warum sich hier so viele historisch Uniformierte zusammengefunden haben.
Unsere IG DER DREISPITZ existiert nunmehr seit reichlich 17 Jahren und wir Mitglieder derselben haben sich der Erforschung und Darstellung des harten Soldatenlebens im 18. Jahrhunderts verschrieben.
    Ja, und wir haben für unser Anliegen, die geschichtlichen Ereignisse der Schlesischen Kriege nachzuvollziehen, in den letzten 17 Jahren sehr viel getan, denn viele unserer 250-Jahr-Gedenkveranstaltungen waren legendär in der Ausführung und werden noch lange in unserem Gedächtnis und in der Erinnerung aller beteiligten Gemeindemitgliedern verbleiben.
Und auch heute haben wir uns wieder hier versammelt, um zu gedenken.
Erschienen sind:
– Jäger le Noble
– Königl.-Preußische Artillerie aus Letschin
– Königl.-Preußische Festungsartillerie zu Küstrin
– 1. IR Mecklenburg-Strelitz
– IG Havelländische Geschichte
– Königl.-Preußische Freycorps „von Kleist“
– Churf.-Sächs. 3 Kreisregiment
    mit Regimentsinhaberin Henriette Cha rlotte Gräfin von Rogucka   und ihrem Feldprediger Herrn
    Gerhardus Krempe
– Gräfl. Schönburgische Schloßcompagnie
– Königl.- Preußisches IR-No. 4 „von Kalnein“
– Major Pöschel
– Königl.-Preußische IR v. Kalkstein (No. 25)
– Prinz Friedrich Franz von Braunschweig von der Blankenburger Traditionsgemeinschaft
– Königl.- Preußische Mariniers aus Barsbüttel

Wir alle sind hier heute zum Appell erschienen, um nunmehr zur Bastion Brandenburg zu marschieren, um einen Mann zu ehren, der seinen frühen, gewaltsamen Tod nicht verdient hatte.
Herr Platzmajor ich bitte darum, dass sich die Truppen in Bewegung zu setzen...
An der Bastion Brandenburg angekommen, nehmen die Truppen Aufstellung, Kanonenböller krachen und dreimaliges Salutschießen leitet die Feierstunde ein...
Nach der Rede des Museumsdirektors, der Frau Dr. Theophana Prinzessin zu Sachsen-Katte, welche ihre Beweggründe zur Stiftung der Gedenkplatte und der Erinnerung an den Ablauf der schrecklichen Ereignisse um Hans Herrmann von Katte, dem Freund von Friedrich II. erfolgte die Enthüllung der Gedenktafel. Das von der IG DER DREISPITZ gestiftete Gesteck wird von den Le Nobler Jägern niedergelegt. Auch der Herr von Katte legt ein Blumengebinde zu Ehren seines Vorfahren ab. Danach spricht auch er ein paar verbindende Worte.

Auch unser Herr Feldprediger nahm das Wort. Hier nun ein paar Auszüge aus seiner Predigt:
In dem 90. Psalm, der ein Gebet von Moses enthält, heißt es im Vers 10, „Unser Leben währet 70 Jahre und wenn’s hochkommt so sind’s 80 ….“ Wenn es nach uns geht, kann es auch noch etwas länger währen, es sei denn es ist sinnvoll, würdig und damit lebenswert.
Jedoch schon im Alter von 26 Jahren aus dem Leben zu scheiden ist sehr hart. Oft müssen Menschen ihr Leben lassen obwohl sie noch sehr jung sind, manchmal durch Leichtsinn, oft aber durch Umstände die sie selbst nicht beeinflussen können.
Wenn aber jemand verurteilt wird wegen seiner unverbrüchlichen Treue und Freundschaft, für eine Handlung die er selbst als nicht richtig erkannte, aber um des Freundes Willen doch tat und dafür sein Leben lassen musste, dann ist das besonders tragisch.
Jedoch auch für den Freund war es in diesem Falle ein Schock für’s Leben und mag wohl dazu beigetragen haben, dass er so unerbittlich gegen alle wurde, die sich ihm in späteren Zeiten zu widersetzen wagten.
Und was mag wohl in einem Herrscher und Vater vorgehen, das ihn zu einem solch gnadenlosen Urteil antreibt. Wir wollen nicht darüber richten, jedoch sollte es uns nachdenklich machen. Sind auch wir schnell bereit mit unserem Urteil gegenüber anders denkenden und handelnden Mitmenschen, sofern sie nicht gegen das Gebot der Nächstenliebe verstoßen………………….
Kein Mensch hat das Recht einem anderen das Leben zu nehmen! Daran denken wir auch heute, wenn wir uns an das erinnern, was vor 285 Jahren an diesem Orte geschah. Die meisten von uns wissen nichts von ihren Vorfahren aus dieser Zeit, aber sein gewaltsamer Tod hat bewirkt, dass wir uns noch heute an Hans Hermann von Katte erinnern und seiner Treue und Aufopferung gedenken……….
Nochmals meldet sich der Museumsdirektor zu Wort und dann übernimmt die Sprecherin für Öffentlichkeitsarbeit das Schlusswort. Es fällt ganz kurz aus, denn die Sonne brennt heiß, die Reden waren lang und wurden zusätzlich noch Satz für Satz ins Polnische übersetzt.
Aber eines tut sie doch, sie bedankt sich ganz herzlich bei den Le Nobler Jägern:

Wir können heute den Le Noblers nicht genug danken, dass sie wie jedes Jahr wieder und so auch heute die Kraft aufgebracht haben, dieses Feldlager zu organisieren.
Ihr Unermüdlichen, Ihr seid es, die zur Zeit die Fahne des DREISPITZES in Deutschland hochhalten und dieses Jahr seid Ihr sogar die Einzigen, die ein Feldlager mit Manöverdarstellung ausrichten!!
ICH DANKE EUCH VON GANZEM HERZEN DAFÜR!
Dabei hat sie die die Mitglieder der Königlich-Preußischen Festungsartillerie zu Küstrin vergessen, welches sie hiermit nachholt, denn auch diesen gilt unser großes Dankeschön für die unermüdliche Vorbereitungsarbeit über die Jahre hinweg!!!!

Damit war die Feierstunde beendet und alle begaben sich an den Ort des Manövers.


Untenstehendes wollte ich eigentlich noch sagen, jetzt es ist hier nur nachzulesen:
Werte Anwesende,
nachdem wir nun dem Leutnant Hans Herrmann von Katte sein ehrendes Gedenken bewahrt haben, können wir wieder eine Seite im Buch der IG DER DREISPITZ schließen. Nämlich das Buch, welches wir vor 17 Jahren begonnen haben zu schreiben und welches unsere Geschichte erzählt.... Es berichtet davon, dass wir uns alle in Feldlagern an den Originalschauplätzen der furchtbaren Schlachten treffen und mit sorgfältig vorbereiteten Gefechtsdarstellungen aufzeigen, wie entsetzlich die damalige Kriegsführung der Linieninfanterie gewesen ist.
Und dabei hatten wir stets vor Augen, dass wir keine Kriegsverherrlicher sind , sondern immer M A H N E R sein wollten. MAHNER im Sinn von: Wir wollen die Geschichte lebendig erhalten, damit sie nicht der Vergessenheit anheimfällt.

Doch nun noch ein paar Worte in eigener Sache:
Nun ist es nach dem 250. Jahrestag des Friedensschlusses zu Hubertusburg in der IG DER DREISPITZ etwas ruhiger geworden und das ist normal, denn nach den vielen Jahren allergrößter Anstrengungen ist etwas Ruhe schon angebracht. Das letzte Jahr war aber trotzdem gekennzeichnet von einigen Ereignissen wie:
– Feldlager in Güstebiese Loose im April
– Feldlager in Reichenberg /Liberec auch im April
– Feldlager in Magdeburg im Mai
– Feldlager in Börnecke im Juni
– Louisefest im Juli
– Theresienstadt im Oktober Wir sehen, es ging weiter, aber nun schreiben wir das Jahr 2015 und außer der heutigen Veranstaltung hier in Küstrin ist in diesem Jahr in Deutschland kein anderes Feldlager vorgesehen.
Heute findet zeitgleich der 258. Jahrestag der Schlacht bei Reichenberg/Liberec in Tschechien statt.
Im Sommer wird wieder den Schlachten von Hochenfriedberg und von Kolin gedacht, im September findet das 25.-jährige Jubiläum des Vereins der Langen Kerls statt und im Oktober die Josephinische Feier in Theresienstadt.
Im Dezember diesen Jahres wird das Churfürstliche 3. Kreisregiment am 15.12. in Kesselsdorf am Denkmal eine Kranzniederlegung durchführen. Und in Planung ist für den 19. Dezember am gleichen Ort eine Kranzniederlegung im größeren Stil mit befreundeten Truppen.
Wir sehen daran, dass die Hauptaktivitäten im Moment von unserem Kameraden aus Tschechien ausgehen. Bei uns hier in Deutschland ist zur Zeit noch keine größere Aktivität zu verspüren... Tja, ich glaube, wir haben uns in den letzten Jahren doch ein wenig übernommen und jetzt ist erst einmal die Luft raus.
Aber keine Angst: Deswegen „stirbt“ die IG DER DREISPITZ nicht aus. Die Regenerationsphase dauert eben ein wenig länger, nur Geduld!
Und außerdem sorgen der Herr Sekretarius Manfredus und der Herr Major Pöschel dafür dass der DREISPITZ zumindest im Netz weiterlebt!!!

Außerdem ist es zur Zeit doch so, dass es einfach so gut wie keine „runden Jahrestage“ gibt. Zum Beispiel wäre Kesselsdorf dieses Jahr wieder dran, aber die Kesselsdorfer Gemeinde hat wohl kein Interesse mehr an der Durchführung eines großen Feldlagers...zumindest wurde uns nichts von dort signalisiert. Tja, und mehr „runde“ Jahrestage gibt es für 2015 nicht.
– Auch für 2016 sieht es nicht viel besser aus. Mollwitz hätte den 275. und unser Lilienstein den 260.
– Für 2017 sieht es dann wesentlich besser aus, denn Prag, Kolin, Hastenbeck, Rossbach, Breslau und Leuthen hätten den 260.
– 2018 wäre dann für Zorndorf, Hochkirch und Krefeld der 260. Jahrestag heran
– und 2019 für Minden, Kunersdorf, Kay und Maxen.
Noch weiter in die Zukunft mag ich aber nicht blicken, denn die Organisation eines Feldlagers ist nach wie vor für die organisierende Truppe ein hoher finanzieller und zeitlicher Aufwand. Wir werden sehen, was die nächste Zeit bringen wird...

Jutta Nestler
(Sprecherin für Öffentlichkeitsarbeit)

Ps.: In Anerkennung der Bemühungen um Ihren Vorfahren, den Premierleutnant Hans Hermann von Katte,
       wurde Dr. Theophana Prinzessin von Sachsen-Katte, mit einer Urkunde zum Ehrenmitglied der IG "der Dreispitz"
       ernannt.

IG "Der Dreispitz" -Traditionsvereine des 18. Jahrhunderts-